Shiatsu ist eine Behandlungsmethode zur Stärkung der Gesundheit und des Wohlbefindens. Durch tiefe Entspannung werden die Selbstheilungskräfte angeregt.

Shiatsu kann auch sehr wirkungsvoll die Behandlung vielfältiger körperlicher wie seelischer Beschwerden begleiten – es unterstützt unsere Stärken und erinnert uns an unsere Ganzheit, es belebt uns wieder an den Stellen, die leer oder schwach sind.

Wörtlich übersetzt bedeutet Shi-atsu Finger-Druck; und doch heißt ein wesentliches Prinzip im Shiatsu: Übe keinen Druck aus, sei einfach da, schaue hin und höre zu. Die Behandlerin arbeitet nicht mit körperlichem Druck, sondern sie aktiviert ihre eigene Ki-Energie und begegnet dem Behandelten immer wieder achtsam und ohne Wertung. Sie lenkt ihre und seine Aufmerksamkeit an jene Stellen des Körpers, die nach Beachtung rufen: nach Bewegung, nach Lebendigkeit. Mit Daumen, Fingern, Handflächen, Ellenbogen oder Knie geht die Behandlerin in diese Stellen, die sich tiefer und weiter öffnen. Dabei führt der Behandelte die BehandlerIn, fordert sie auf, zu bleiben oder tiefer zu gehen – in einem Dialog nahezu ohne Worte. Der tiefe Kontakt an diesen Stellen ist häufig verbunden mit Schmerzen, die als angenehm, als lösend empfunden werden – Empfindungen, die mit Reaktionen durch den ganzen Körper einhergehen: es kommt etwas in Bewegung, ins Fließen.

Die Anregung dieses Energieflusses ist das eigentliche Ziel einer Shiatsu-Behandlung. Damit verbunden ist die Erfahrung einer neuen Fülle, eines (wieder) Lebendiger-werdens, sowie ein Loslassen von Vorstellungen, die den Lebensfluß behindern und sich häufig auch als körperliche Versteifungen zeigen. In der fernöstlichen Philosophie ist die Energie – japanisch: Ki, chinesisch: ch’i – das, was nicht nur den Menschen, sondern das gesamte Universum in Bewegung hält; sie ist der Motor des Lebens. Die Shiatsu-Behandlung unterstützt die Anbindung an diesen universellen Strom – im Zustand innerer Entspannung sind wir besonders offen für die Aufnahme frischer Energie.

Shiatsu erleben die meisten Menschen zugleich als entspannend und wohltuend anregend. Die Behandlerin arbeitet entlang der Bahnen, der "Meridiane", in denen das Ki durch den gesamten Körper fließt, und lenkt ihre Aufmerksamkeit insbesondere dorthin, wo dieser Fluß ins Stocken geraten ist.

Dieses Erspüren der Energie ist die eigentliche Kunst des Shiatsu. Sie wird während der mehrjährigen Ausbildung erlernt und mit wachsender Erfahrung immer weiter verfeinert. Die Shiatsu-Behandlung wird so zu einer konkreten Forschungs-Arbeit, in der die Behandlerin und der Behandelte gemeinsam immer wieder neu herausfinden, was sich öffnet und bewegt, was sich als Möglichkeit zeigt, was der nächste "Schritt" sein kann. Dieses Erfahrungswissen wird in jeder Behandlung neu entwickelt, denn jeder Mensch ist anders, ist einzigartig.

Shiatsu erfordert von der Gebenden eine achtsame, liebevolle Hinwendung zum Gegenüber, ein absichtsloses "Nicht-Tun", ein konzentriertes Da-Sein und ein Annehmen des anderen, so wie er ist. Der Shiatsu-Empfangende erhält Zeit und Raum, und seine Lebendigkeit und seine Fähigkeit zur Entspannung werden ihm wieder bewußt. Er kann Zugang finden auch zu Beschwerden, die ihm zunächst vielleicht unverständlich oder fremd erschienen. Und er kann lernen, sich so anzunehmen, wie er ist, und sich öffnen für neue Möglichkeiten.

Themen von Shiatsu-Stunden oder –Serien können sein:






Wieder bei mir ankommen
Spüren, wo ich gerade stehe
Wacher werden in Körper, Geist und Seele
Mich in meinem Körper wieder wohler fühlen
meine Vitalität spüren und stärken
Entspannung, Ausgleich, Aktivierung

© Anna Christa Endrich / ESI Heidelberg

 

 

Berührt - Bewegt